Waggons

EHH 1 : NVR 49 80 D-EHH 1200 264-4 G10
Gattungszeichen Gw: 2-achsiger gedeckter Güterwagen; w: weniger als 15 t Ladegewicht
Eigengewicht 10980 kg
Länge 9,3 m
Ladefläche 20,8 m
Ladelänge 7,7 m



Der Wagen wurde 1913 von der Waggonfabrik Bautzen gebaut. Derzeit ist nicht bekannt, an welche Bahngesellschaft er damals ausgeliefert worden ist. Fest steht, dass er lange Zeit bei der SNCF in Frankreich gelaufen ist. Es ist zu vermuten, dass der Wagen zunächst bei den kaiserlichen Reichseisenbahnen Elsaß-Lothringen (1872 - 1918) eingestellt war, die nach dem ersten Weltkrieg unter französischer Regie als AL (Alsace et Lorraine) firmierten. Die Betriebsnummer 305.502 AL ist am Längsträger noch vorhanden. Nach Übernahme der AL durch die französische Staatsbahn SNCF (Region Est) im Jahre 1920 erhielt der Wagen die Betriebsnummer K 293 503. Auch diese ist am Längsträger lesbar. Möglicherweise gelangte der Wagen auch erst nach dem 1. Weltkrieg als
Reparationsleistung nach Frankreich. Wie lange er sich dort im Einsatz befand, darüber gibt es keine Erkenntnisse. Bei der damaligen Hümmlinger Kreisbahn stand der Wagen nach deren Umspurung auf Normalspur seit dem Jahre 1957 als Bahnhofswagen des Bf Sögel im Dienst. Nach der Abstellung wurde er 1993 von hier aus per Straßentieflader nach Haselünne gebracht.
Nach komplettem Neuaufbau und Einbau zweier Wasserbehälter von je 2 cbm Inhalt dient der Waggon nunmehr der Wasserversorgung der Dampflokomotive Niedersachsen auf der Fahrt von Essen (Oldb) nach Haselünne mittels Elektropumpe und Schlauch. Ein weiterer Verwendungszweck ist die Fahrradbeförderung. Nachgerüstet wurde der Waggon 1997 mit einer Druckluftbremse "Knorr KE" (Knorrbremse mit Einheitswirkung, mehrlösig).
(Text: Jochen Vollmer)

EHH 3: NVR 49 80 D-EHH 1200 265-1 G10
Gattungszeichen Gw: 2-achsiger gedeckter Güterwagen; w: weniger als 15 t Ladegewicht
Eigengewicht 8470 kg
Länge 9,3 m
Ladefläche 20,8 qm
Ladelänge 7,7 m

Hersteller und Baujahr des Waggons sind unbekannt. Auch dieser Waggon lief bei den Französischen Staatsbahnen SNCF. Die dortige Betriebsnummer war K 293 358 und ist am Längsträger noch vorhanden. Wann der Waggon nach Frankreich gekommen ist (als Reparationsleistung nach dem 1. Weltkrieg?) und wann wieder nach Deutschland, ist nicht feststellbar. Soweit heute bekannt, kam der Waggon nach Umspurung der Hümmlinger Kreisbahn auf Normalspur nach Werlte, wo ihn die HKB-Bahnmeisterei als Materialwagen einsetzte; danach war er lange in Sögel abgestellt. 1993 kam er per Straßentieflader nach Haselünne und wurde von den Eisenbahnfreunden übernommen. Bis aufs Metall abgewrackt, wurde er im Lokschuppen in Haselünne komplett neu aufgebaut und ist seit April 1996 als Güterwagen für den Fahrradtransport im Dienst.
(Text: Jochen Vollmer)

EHH 2: NVR D-EHH 75 80 24-29 292-5 Ci
Gattungszeichen: Ci
Gewicht 11,8 t
Länge 11.400 mm
Achsstand 6.000 mm
Sitzplätze 46
Bremse: 2-seitig wirkende Handbremse auf eine Achse, Hauptluftleitung

Gebaut wurde der Waggon im Jahre 1901 unter der Fabriknummer 1866 bei der Waggon-Fabrik Gotha. Die Frühgeschichte des Waggons liegt im Dunkeln. Bekannt ist, dass er vor seinem Einsatz bei der Dampfeisenbahn Weserbergland (DEW 23) in den Wagenpark der Ruhrkohle AG (RAG) als Wagen Nr. 6 eingereiht war. Wie auch die Wagen 4,6,8 und 10 kam er 1987 von Rinteln nach Haselünne. (Text: Jochen Vollmer)

EHH 4: NVR D-EHH 75 80 24-29 293-3 WGi
Gattungszeichen: WGi


WG: Gesellschaftswagen
i: offene Übergangsbrücken
Baujahr 1929
Gewicht 18,6 t
Länge 13,92 m
Bremse mehrlösige Druckluftbremse Bauart "Kunze-Knorr " Kk-GP

Wie in allen anderen, so auch im Wagenbereich, sah sich die Deutsche Reichsbahn zu Beginn der 20er Jahre veranlasst, im Sinne von rationeller Lagerhaltung sowie Austauschbarkeit vieler Komponenten, die große Stückzahl der übernommenen Länderbahntypen nach und nach durch neue einheitliche Wagentypen zu ersetzen. Gleichzeitig sollten Komfort und die zulässige Geschwindigkeit erhöht werden.
So entstand in den Jahren 1921-23 eine Vorserie eines 2-achsigen sog. Durchgangswagens, dessen konstruktive Merkmale im Wesentlichen auf die in den Jahren 1927-29 in großen Stückzahlen gebaute Serienversion übernommen wurden.
Die augenscheinlichsten Veränderungen gegenüber der Vorserie waren:
eckige Metallrahmenfenster (vorher: die oberen Fensterecken waren deutlich ausgerundet.)elektrische Beleuchtung mittels Lichtmaschine und Batterie (vorher: Gasbeleuchtung durch Gasbevorratung zweier Gasbehälter am Untergestell)
Ganzstahlbauweise (vorher: Fahrgestell und Spanten aus Eisen, Aufbauten aus Holz mit angeschraubter Blechverkleidung).
Diesem Serienwagen verlieh der Volksmund sehr bald den allseits bekannten Namen "Donnerbüchse", weil der Ganzstahlwagen im Fahrbetrieb dröhnte. (Text: Jochen Vollmer)


Holger Jansen ist es gelungen den Wagen genau zu identifizieren:
Hersteller: Waggonfabrik L. Steinfurt, Königsberg / Ostpreußen
Baujahr : 1929
Fabriknummer : nicht bekannt: Ci-28 als „84876
Umbau zum Bahndienstwagen : 1962 als „Hamburg 8508“, danach „60 80 99-27 404-5 Wohn- Schlafwagen 426
Fest steht , dass der Wagen bei der DB als 2. Klasse Wagen (also Bi) eingestellt war, denn bei den gemischtklassigen Wagen (ABi) gab es eine andere Abteilfensteranordnung.
Zu Beginn der 60er Jahre - das genaue Datum ist nicht bekannt - dürfte die DB den Wagen in den Bestand der Bahndienstfahrzeuge versetzt haben; nach Ausmusterung übernahmen ihn die Hammer Eisenbahnfreunde, die ihn ihrerseits an die Dampfeisenbahn Weserbergland in Rinteln verkauften.
Am 06. Januar 1988 wurde der Wagen mit EH 2,6,8 und 10 von Rinteln nach Haselünne überführt. Hier erfolgte der Umbau zum Gesellschaftswagen (WGi) mit Getränkebewirtschaftung. Nach erfolgter Hauptuntersuchung konnte der Wagen die erste Fahrt von Haselünne nach Herzlake und zurück am 11. Dezember 1988 im Zuge mit EH 2,6 und 10 absolvieren und ist weiterhin im ständigen Einsatz.

EHH 5 : NVR 49 80 D-EHH 1200 266-9 G10
Gattungszeichen: Gw
Hersteller/Baujahr v.d.Zypen,Düsseldorf/1911
Radstand 4,5 m
Ladegewicht/Lastgrenze 14,5 t/15,0 t
Ladefläche/Ladelänge 21,3 qm/ 7,9 m
LüP 9,6 m
Leergewicht 8490 kg

Der Güterwagen 5 entspricht - wie auch die Güterwagen Nr. 1 und Nr.3 - dem von allen damaligen deutschen Länderbahnen bis in den 1. Weltkrieg hinein in großen Stückzahlen nach einheitlichen Kriterien beschafften Wagentyp mit Flachdach, der allgemein als Gattung G10 bekannt ist. Ursprünglich mit Speichenrädern, Stangenpuffern und vielfach auch mit hoch stehendem Bremserhaus ausgestattet, wurden die meisten Wagen infolge der stetig zunehmenden Zuglasten und Geschwindigkeiten bis Ende der 20er Jahre mit Scheibenrädern, Hülsenpuffern und Druckluftbremse umgerüstet. In diesem Zustand war der Wagentyp bis weit in die 60er Jahre im Bestand. Danach gab es immer noch etliche Exemplare, die als Bahndienstwagen oder als Wagen für Binnenverkehre bei NE häufig bis Ende der 80er Jahre ihren Dienst versahen. Dies beweist die sehr gelungene Konstruktion des G10.
Der Wagen 5 entstand im Jahre 1911 bei v.d. Zypen&Charlier in Düsseldorf und wurde an die Königlich Preußische Eisenbahnverwaltung (KPEV) ausgeliefert. Nach seinen Staatsbahnzeiten bei KPEV und DRG kam der Wagen nach dem 2. Weltkrieg in den Bestand der Bentheimer Eisenbahn AG. Genauere Angaben sind auch dort nicht mehr vorhanden. Fest steht aber, dass der Wagen -inzwischen waren Bremserhaus und Druckluftbremse ausgebaut- die Betriebsnummer BE 406 in zweiter Besetzung erhielt, da der Wagen BE 406 (erste Besetzung- ebenfalls ein G10) 1983 ausgemustert wurde. Der Wagen war seit 1990 abgestellt und wurde 1996 vor Umzug des BW Neuenhaus nach Nordhorn ausgemustert.
Nach Besichtigung des Wagens durch ein vereinseigenes Gremium am 24. September 1998 schloss der Vereinsvorstand ein Abkommen mit der Bentheimer Eisenbahn zur Übernahme des Wagens. Diese erfolgte am 18. Dezember 1998 per Straßentieflader von Neuenhaus nach Haselünne. In der dortigen Werkstatt wurde der Holzaufbau abgwrackt, der Rahmen gesandstrahlt und der Wagen komplett neu aufgebaut.
Nach Neuabnahme durch den Obersten Betriebleiter der Emsländischen Eisenbahn GmbH am 18. Mai 1999 dient der Wagen seither als EH Nr. 5 dem Fahrradtransport.
(Text: Jochen Vollmer)

EHH 6: NVR D-EHH 75 80 24-29 294-1 C3i
Gattungszeichen: C3i
Gewicht 14,3 t
Länge 12.250 mm
Achsstand 7.000 mm
Sitzplätze 54
Bremse: zweiseitig wirkende Handbremse auf 1 Achse, Hauptluftleitung

Baujahr und Hersteller dieses Wagens sind nicht mehr zu eruieren. Die Fertigstellung dürfte jedoch Mitte der 20er Jahre erfolgt sein. Ein Indiz hierfür ist die Bauweise der Kurbel für die Handbremsspindel nach den Nomalien der damaligen DRG.
Bevor der Wagen zur Dampfeisenbahn Weserbergland nach Rinteln kam, war er im Bestand der zur Ruhrkohle AG gehörenden Werne-Bockum-Höveler Eisenbahn (Betriebsnummer WBE1, danach RAG 77204) zu finden. Auch dieser Wagen befindet sich seit 1987 im Besitz der Eisenbahnfreunde Hasetal.
(Text: Jochen Vollmer)

EHH 8: NVR D-EHH 75 80 24-29 295-8 Bi
Gattungszeichen: Bi
Gewicht 14,4t
Länge 12.96 mm
Achsstand 6200 mm
Sitzplätze 30
Bremse: mehrlösige Druckluftbremse Kunze-Knorr Kk-GP

Diese Bauart ist die bis dahin modernste bei den 2-achsigen Nebenbahnwagen und stellt somit einen Abschluss der Beschaffung von 2-Achsern bei den Personenwagen der Deutschen Reichsbahn dar. Der Wagen entstand in weitgehend geschweißter Bauweise und weist gegenüber der früheren genieteten Bauweise eine deutliche Gewichtsminderung auf. Nach Rücknahme aus dem Reiseverkehr setzte die Deutsche Bundesbahn das Fahrzeug als Bahndienstwagen ein. Nach Ausmusterung bei der DB kam der Wagen zur Dampfeisenbahn Weserbergland nach Rinteln und am 06.01.1988 nach Haselünne. Hier wurde der Wagen wieder aufgebaut und erhielt im April 1990 seine Neuabnahme.
(Text: Jochen Vollmer)

Die Geschichte und Herkunft des Wagens hat Holger Jansen für uns recherchiert. Hier seine Identifizierung:
Hersteller: Vereinigte Westdeutsche Waggonfabriken (kurz: Westwaggon); (Produktionsstandort Köln oder Mainz)
Baujahr: 1934
Fabrik-Nummer: 154796
In Dienst gestellt als : Civ-34 140149
Umbau: 08.1950: EBA 177 022 (als Beiwagen zum VT -Die Bundesbahn hatte seinerzeit einige Reisezugwagen und Beiwagen zu VT für den Einsatz mit den alten preußischen Akkutriebwagen umgebaut. Diese Wagen wurden an die ETA177 bis 180 angehängt. Sie waren kein fester Bestandteil einer ETA-Einheit! )
Umbau : 12.1960: „Han 85766“ (sozusagen als Bi-33)
Umbau zum Bahndienstwagen : 1963 als „Hamburg 7717“, danach „60 80 99-27 082-9 Bautruppführerwagen 406

EHH 10: NVR D-EHH 75 80 92-29 079-3 Pwi
Gattungszeichen: Pwi
Packwagen mit offener Übergangsbrücke
Eigengewicht 12,9 t
Länge 10,75 m
Ladegewicht 4,6 t
Ladefläche 14,2 m
Herkunft
Dieser Wagen wurde 1924 von der "Waggon -und Maschinenbau-Gesellschaft (WUMAG) in Görlitz als PwiPost für die Rinteln-Stadthagener-Eisenbahn (Betriebsnummer RStE 53) gebaut. Diese übergab ihn nach Ausmusterung der "Dampfeisenbahn Weserbergland", von wo er 1987 nach Haselünne kam.
Heutige Verwendung
Heute wird der Packwagen zum Transport der Vorräte sowie als Dienstwagen für das Zugpersonal eingesetzt. Außerdem ist hier der Generator für die Stromversorgung des Zuges untergebracht. (Die Lichtmaschine der Dampflok dient nur der Stromversorgung der Lok.)
Bremsanlage
Ausgerüstet ist der Waggon mit einer einlösigen Druckluftbremse der Bauart "Knorr" (K-GP).
(Text: Jochen Vollmer)


EHH 12: NVR D-EHH 75 80 24-29 296-6 Ci
Gattungszeichen: Cid tr
C: 3. Klasse
i: offene Übergangsbrücke
d: Bretterbänke aus der ehemaligen 4. Klasse
tr: Raum für Traglasten
Gewicht 18 t
Länge 13,92 m
Sitzplätze 68
Bremse mehrlösige Druckluftbremse der Bauart Kunze-Knorr (Kk-GP)


Der Wagen wurde 1922 als 4.Klasse-Wagen für die DR gebaut. Nach Abschaffung der 4.Klasse im Jahre 1928 erfolgte die Umklassifizierung in Cid. Nach dem 2. Weltkrieg verblieb der Wagen bei der DR in der damaligen DDR. Hier wurde er zu Beginn der 70er Jahre aus dem Reisezugwagenpark entfernt und zum Bahndienstwagen DR 0422 Dienst aa 99-01720 umgebaut. Die endgültige Ausmusterung erfolgte noch vor 1994, also vor dem Zusammenschluss von DB und DR. (Text: Jochen Vollmer)